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Digitales Climate Communication Camp

Der Klimakrise trotz Coronakrise entgegentreten!

Im Jahr 2019 war sie plötzlich da, die weltweite Bewegung junger Menschen gegen den menschengemachten Klimawandel. Fridays for Future brachte überall Millionen junger Menschen auf die Straßen, um für mehr Klimaschutz und damit für eine bessere Zukunft zu demonstrieren, und stieß damit längst überfällige gesellschaftliche und politische Diskurse über eine bessere Klimapolitik an. Warum aber bewegt sich Politik so langsam, und warum gibt es noch immer Menschen, die diesen Klimawandel leugnen? Warum werden noch immer nicht die nötigen Konsequenzen gezogen?

Diese Fragen haben die Aktivist*innen von Fridays for Future Hessen und die Ehrenamtlichen aus den hessischen Jugendumweltverbänden (BUNDjugend, Naturschutzjugend, Naturfreundejugend und Waldjugend) dazu bewegt, gemeinsam eine Veranstaltung zu dieser Problematik ins Leben zu rufen – das Climate Communication Camp. Es sollte darum gehen, wie Kommunikation zu den Themen Klimaschutz und Biodiversität gelingen kann, um Denkprozesse anzustoßen, die im Idealfall zu einem veränderten Handeln im Alltag führen.

  

 

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie fand das Climate Communication Camp am 28. November 2020 als eintägige Online-Veranstaltung statt. Das Programm war vielfältig und gespickt mit Vorträgen, interaktiven Workshops und praktischen Übungen: Die Teilnehmenden erhielten zahlreiche Anregungen für eine zielführende Kommunikation. Dabei reichten die Impulse von Artenschutzaktionen im persönlichen Umfeld – getreu dem Motto „Tu Gutes und rede darüber“ – über rhetorische Tipps und Tricks und faktenbasierte Argumentationshilfen bis hin zur Entwicklung komplexerer Strategien zum Setzen eigener Ziele. Deutlich wurde: Das Wichtigste ist, sich selbst treu und authentisch zu bleiben und immer wieder aufs Neue das Gespräch zu suchen. An dieser Stelle können Jugendverbände und jeder Einzelne ansetzen. Wie Einflussnahme in der Politik, z.B. auf kommunaler Ebene, möglich ist, wurde erläutert, denn der große Wurf kann nur gelingen, wenn politische Entscheidungsträgerinnen zeitnah und progressiv Maßnahmen ergreifen, die den Klima- und Artenschutz voranbringen. Die beteiligten Referent*innen kamen z.B. aus dem Hessischen Umweltministerium und dem Senckenberg Biodiversität & Klima Forschungszentrum. Vertreten waren auch eine Botschafterin der UN Dekade Biologische Vielfalt, ein ehemaliger Bundestagsabgeordneter und ein Klimakommunikator.

Während der gesamten Veranstaltung, die über die Plattform Big Blue Button mit einer besonderen Benutzeroberfläche realisiert wurde, hat sich gezeigt, dass es für die Motivation und Partizipation aller Teilnehmenden enorm wichtig ist, interaktive Momente zu schaffen – sei es über die Nutzung der Kamerafunktion oder die Verwendung von Tools wie Padlet, die Abstimmungen und Beteiligung ermöglichen.

Am Ende des Tages war klar: Die Teilnehmenden waren hoch motiviert und diese digitale  Veranstaltung war gelungen, auch wenn Online-Veranstaltungen nach wie vor Präsenzveranstaltungen nicht ersetzen können.

Text: Janett Häusler