Trekkingtour durch den Pfälzer Wald

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Trekkingtour

Ein besonderes Bild findet sich als allererstes wieder in meinem Rückblick. Das Licht vormittagsblendend – so die Augen leicht zugekniffen, wollen sie weit aufgerissen werden, als ich oben auf dem Berg ankomme. Die schwitzende Hand an die Stirn gesetzt für den klaren Rundumblick zu den Pfälzer Landschaften. Grün über Grün, blauer Himmel fühlt sich an nach typisch Sommer und ein paar Felsen lugen hervor wie geschliffene Zähne uralter Riesen – von der Zeit gezeichnet und verhüllt von der Natur. Ein Spiel von Tälern und Bergen vor mir, diese Wellen wie ein Meer auf Pausetaste. Die Städte – eher Dörfer, aber auch manchmal etwas größer -, sie wirken gar nicht so fremd, wie man es denken würde von Asphaltpfützen zwischen Kiefern und Buchen. Mein Ausblick vom Hühnerstein.

Ich bleibe 10 Minuten länger stehen in sengender Sonne. Kamera gezückt aber zu glücklich vom selber Sehen mache ich erst ganz am Ende Fotos, bevor ich zu meiner Gruppe wieder hinuntersteige in den Schatten. Ihre Rucksäcke sitzen zwischen ihnen wie stille Wegbegleiter. Heraus zückten schon die ersten ihre Trinkflaschen und ein paar ihr Schnitzmesser. Seit dem Frühstück sind wir schon ein paar Kilometer gen Westen gelaufen – der Karte oder dem Kompass oder sonst der Nase nach. Ich zücke dort für uns den Trailsnack nach allgemeiner Befürwortung. Eine kurze, süße Mahlzeit in der spontanen Siesta. Geplant war dieser Ruheort hier nicht, aber unter den gemalten Gesteinsfalten lässt es sich bestens verschnaufen. Den Ausblick genossen die Anderen kurz vor mir und als ich mich zu ihnen setze, hat der erste schon ein Gesicht in ein altes Stück Kiefernrinde geritzt. Müsliriegel und Nüsse unterbrechen dann die gemäßigte Beschäftigung und schnelle Energie führt bei der Hälfte der Gruppe zu dem Drang weiterzuwandern, manche wollen lieber eindösen auf dem kühlen Stein. Mein Co-Teamer und ich beraten uns kurz und entscheiden uns für 10 Minuten weiteres Verweilen. Mit denen, die es kaum erwarten können, weiterzugehen, studieren wir die Karte, machen und hören Vorschläge. Da liegen ein paar Burgruinen und Bachquellen und Felsformationen für uns 10 Menschen auf dem 5-tägigen Weg. Man kann sich schwer entscheiden, ganz viel möchte man sehen. Am besten die unerwarteten Orte. Abends Glühwürmchen um uns und Waldkauzrufe als letzte Eindrücke vor dem Schlafen unter Zeltplanen unter Sternen. Die kuscheligen Schlafsäcke auf Isomatten auf Laub. Gezwitscher und frische Waldluft als Morgengruß. Sogar ein Gewitter überstanden wir, kochten dabei im Nieselregen knusprige Weizenfladen auf offenem Feuer. Ich hab noch den Ruß- und Teiggeruch in der Nase und die gesättigten, lächelnden Gesichter vor Augen.

Jeden Tag erklangen Wanderlieder. Ratespiele, Bussarde und Bisamratten begleiteten unseren Weg, der auch mal kurz in abkühlende Gewässer abbog. Wir sprangen ins grünblaue Nass – in einen libellenumzingelten Weiher, voran jemand im hagebuttenroten NAJU T-Shirt.

  • aus der Perspektive von Kieran Thomas