NAJU-Ausfahrt nach Weilburg an der Lahn

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NAJU-Ausfahrt

„Wir wollen kentern“, „bloß keinen Streit“, „fahren wir durch den Schiffstunnel?“, „dürfen wir zu dritt in ein Zimmer?“, „ich möchte mir einen Kristall kaufen“. Nachdem die 16-köpfige NAJU-Gruppe aus Astheim die Anreise hinter sich gebracht hatte, gingen den Kindern verschiedene Wünsche und Ängste durch den Kopf. Ganz schön aufregend ohne Eltern und Geschwister unterwegs zu sein!

Unser Programm:

Als Erstes stand der Besuch der Kubacher Kristallhöhle auf unserem Programm. Es ist die einzige Calcit-Höhle in Deutschland und besitzt mit 30 m die höchste Halle aller deutschen Schauhöhlen.  Stufe um Stufe stiegen wir hinab, ein bisschen feucht-kalt, rutschig und steil. Da funkelten schon die ersten Calcit-Kristalle und wir staunten über die Perltropfsteine. An der Engstelle mussten wir  auf unseren Kopf aufpassen. Am tiefsten Punkt riefen wir ein kräftiges „Hallo“ und lauschten unserem Hall. Dann folgte der wirklich anstrengende Teil; ca. 456 Stufen bis nach oben. Wieder am Tageslicht und zurück in der Jugendherberge genossen wir das gute Wetter und beschäftigten uns zur Stunde der Gartenvögel noch spielerisch mit verschiedenen Vogelarten, deren Rufen und erprobten uns im Raupen sammeln. Schnell wurde klar, welch enorme Leistung Vögel beim Versorgen ihrer Jungen erbringen. Bevor der Abend am Lagerfeuer ausklang, wurde es noch einmal spannend. Xenia entdeckte eine Katze mit einem Jungvogel im Maul. Als diese ihren Fang fallen ließ, zögerte Xenia nicht lange und umsorgte das Amseljunge. Das Amselnest war schnell gefunden und das Vögelchen kam zurück zu seinen Geschwistern.

Morgens wurde das Gepäck verladen und wir marschierten bei bestem Wetter zu Fuß von der Jugendherberge los. Als wir den Kanu-Einstieg erreichten, fing es an zu regnen. Alle waren froh, schnell in den 180 m langen Schiffstunnel einzubiegen. Im Dunkeln und mit etwas Unbehagen steuerten die Boote auf die 3-Kammern-Schiffsschleuse zu. Wie ging das jetzt? Erst drehen, dann warten, dann anders herum drehen, dann Hebel umlegen, dann Tor öffnen… Mutig erklärte sich Johanna bereit, es zu versuchen. Als sich das letzte Tor öffnete, atmeten wir auf und endlich konnte der Paddelspaß beginnen. Einige steuerten erst mal in die Büsche, fuhren Schlangenlinien und trugen erste Konflikte innerhalb der Bootsmannschaft aus. Die Sonne kam wieder raus und schnell wurde es heiß. So ging es fröhlich flussabwärts. Es fühlte sich ein bisschen wie im Dschungel an; üppiges Grün, Vogelzwitschern und tanzende Mücken über dem Wasser. Welch ein Genuss, sich treiben zu lassen! Flusskilometer 54 war erreicht, einmal ging es noch um die Ecke und mit einem Juchuuuu durch die kleinen Stromschnellen. Ein bisschen geschafft waren alle, aber auch erfüllt von dieser schönen Kanutour, dem gemeinsamen Erlebnis und den gemeisterten Hürden. Immer wieder erstaunlich, wie eng die Gruppe an einem Wochenende zusammen wächst und wie merkwürdig es sich anfühlt, dann wieder auseinander zu gehen!

  • Jeannine Trzaska