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AK Wildlife Frühlingstreffen

Vor dem Frühling noch einmal Schnee

Als ich in dem Wald bei Ober-Ramstadt ankam, fiel mir auf, dass ich hier ja schon einmal gewesen bin. Wiederkehrende Orte bei der NAJU, ich kann mir nur nie merken, wann ich warum wo gewesen bin. Vermutlich bin ich hier beim AK Wildlife Treffen letztes Jahr gewesen, wie es auch diesmal der Grund des Zusammenkommens war.

Ich schaute noch kurz zurück auf die hügelige Landschaft Hessens, winterkarg besetzt mit kahlen Bäumen. Es war vorige Woche schon frühlingswarm, aber jetzt war wieder eine Temperatur des sichtbaren Atems erreicht. Im Wald folgte ich dann ein paar bekannten Schildern und als ich bei der Hütte ankam, sah ich schon in der Entfernung ein paar Gestalten durch das Laub krackseln. Dann erkannte mich jemand. Ich wurde von Weitem gegrüßt mit dem Hinweis, dass sie auf der Suche nach Wasser seien – und schon Löcher gegraben haben. Erleichtert schaute ich auf meine gefüllte Trinkflasche, denke mir aber dann, dass die NAJU doch eigentlich viel zu gut organisiert ist, um so etwas wie Trinkwasser zu vergessen.

Ich trat einen Schritt vor und landete in einem Matschloch. Das war aber wohl eher ein alter Fuchsbau als eines der gegrabenen Löcher. Als ich Spätankommer dann mit halbseitig vermatschter Hose begrüßt werde von dem dutzend bekannten Gesichtern, erfahre ich, dass sie unterschiedliche Wege finden sollten, im Notfall an Wasser zu kommen. Welcher Boden ist am wasserreichsten? Wo findet man Morgentau? Die Wasserkanister in der Hütte waren natürlich trotzdem reichlich gefüllt. Wir gingen zusammen dorthin und es wurden Karten ausgebreitet und Stifte in die Hand genommen. Erst wurden die Wälder bei Marburg für die anstehende Trekkingtour unter die Lupe genommen und anschließend wurde versucht sich in den norwegischen Landschaften der kommenden Wildnistour zurechtzufinden. Man schaute sich Gipfel und besonders grüne Bereiche an, wo man gut übernachten könne. Viele Bilder von eigenen Erfahrungen in den Köpfen. Mögliche Umwege und durchschnittliche Wanderzeiten wurden miteinbezogen.

Schaffen wir 15 Kilometer am Tag bei diesen Höhenlagen? Wenn nicht, dann gibt es vielleicht noch eine Abkürzung oder am nächsten Tag macht man mal einen Ruhigen.

Danach wurde fleißig Gemüse geschnibbelt und ein warmes Gemüseallerlei gegen die Kälte gezaubert. Gegen Abend fing dann das leichte Schneetreiben an. Ich hatte leider nur meinen Ersatzschlafsack mitnehmen können für sommerliche Temperaturen, also blieb ich lieber in der Hütte in der Nähe des dauerheizenden Ofens. Mich begleiteten noch zwei Jungs, die ich von meiner letzten Trekkingtour kannte und nachts stieß noch jemand zu uns in die Hütte und feuerte nochmal ordentlich Holz nach, während es draußen immer stärker schneite.

Wintereinbruch

Am Morgen war der erste Blick nach draußen – auf dem Weg zur Toilette – dann ein Meer aus Weiß. Schnee wie ich es den ganzen Winter nicht gesehen hatte. Die Bäume wie stille Schauspieler auf reingewaschener Bühne. Du trittst hinaus und kannst hinter dir genau deine Schritte zurückverfolgen. Ich warf mit Schneebällen auf selbstgewählte Ziele beim spontanen Spaziergang und durfte danach in der ofenwarmen Hütte noch ein leckeres Frühstück mit den übrigen NAJUlern genießen, von denen offensichtlich keiner erfroren war. Ein guter, kälteresister Schlafsack ist schon eine feine Sache.

von Kieran Thomas