Querwaldein

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Querwaldein – in den Wald hinein

Für das sommerliche „Frühherbstwochenende“ vom 9. bis 10. September hatten wir uns für dieses Jahr entschieden eines unserer älteren Wildlife Konzepte wieder auszugraben: „Querwaldein“. Eine eher unkonventionelle Wandermethode, bei der man viele spannende Dinge sehen kann, die man nicht wahrnimmt, wenn man sich immer nur an Wege hält.

Freitags trafen wir uns mit unseren zehn Teilnehmern am Waldrand bei Butzbach. Nach unserem gemeinsamen Abendessen und dem Verteilen des Gruppengepäcks machten wir uns auf Richtung Grävenwiesbach. Doch wenn man sich Freitag erst gegen Abend trifft, schafft man es natürlich nicht weit und so wanderten wir ein Stück den Weg ins Gebiet hinein und suchten uns dann eine geschützte Stelle im Wald. Bei dem super Wetter, das wir hatten, brauchten wir nicht mal eine Plane spannen. Stattdessen legten wir uns auf den Waldboden und beobachteten beim Einschlafen die Sterne, die zwischen Baumwipfeln hervor lugten. Nur das ein oder andere Flugzeug störte.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm nächsten Tag peilten wir dann unser Ziel, den Bahnhof in Grävenwiesbach, an und bewegten uns schnurstracks darauf zu. Nach gefühlten 2 Stunden durch den Wald, einen Berg hinauf, durch allerlei Gestrüpp, trafen wir auf einen Weg. Mm, wo wir wohl gelandet sind? Der Blick auf die Karte verriet es uns – „Juhu“ – einen Kilometer hatten wir geschafft. Das war zwar spannend und wirklich schön zu laufen, aber so kommen wir nie rechtzeitig am Sonntag am Bahnhof an. Wir entschieden uns ein Stück dem Weg zu folgen, Richtung Bodenrod.

Wie spät haben wir es eigentlich? Eine Frage, die wir uns am Sonnenstand und unserem Kompass beantworteten – ein Handy oder eine Uhr hatte nämlich keiner dabei und das NAJU-Nothandy wird natürlich nicht benutzt um die Uhrzeit zu ermitteln!

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Kurz vor Bodenrod starteten wir einen neuerlichen Peil-Versuch, der diesmal auch wesentlich erfolgreicher zwischen den Bäumen hindurch führte. Weniger Gestrüpp, zumindest am Anfang, ermöglichte uns einiges an Strecke zurückzulegen. In Bodenrod angekommen, füllten wir unsere Wasservorräte auf und machten uns, diesmal nach Karte, auf Richtung Grävenwiesbach – warum muss das auch so weit weg sein? Vier Kilometer vor unserem Ziel suchten wir uns dann erneut einen Übernachtungsplatz im Wald.

Zum Abendessen gab es Bannok, eine Art Pfannenbrot. Wer hat eigentlich das Öl? Oh, kein Öl dabei? Nun gut, glücklicherweise lässt sich Bannok auch ohne Öl gut zubereiten. Also buken wir unser Brot mehr als das wir es brieten auf unserem kleinen Hoboofen. Anschließend verbrachten wir unsere letzte Nacht wieder unter freiem Himmel. Am nächsten Tag, nach dem ausschlafen, machten wir uns auf und schafften es mit einer Punktlandung um 13:00 Uhr Freizeit Ende am Bahnhof anzukommen. Gut, wir mussten noch das Gruppengepäck wieder zusammensammeln, aber die Eltern waren zum Glück auch nicht alle pünktlich.

  • Felix Schneeweiß