Kleine Naturforscher am Hainbach

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Nach dem luftigen Aktionstag rund um Vögel am Anfang des Jahres stand nun das nasse Element im Fokus der Naturschützer: Der Naturschutzbund Hünfelden gestaltete einen Nachmittag ganz im Zeichen des Biotops Hainbach, der zwischen Kirberg und Dauborn liegt. Wieder begeisterte das Angebot nicht nur die kleinen Teilnehmer.

Hünfelden-Kirberg

Da werden die Sonntagsspaziergänger, die am Nachmittag Kind und Hund ausführten, nicht schlecht gestaunt haben: Rund 50 Kinder mit ihren Eltern hatten sich zum Aktionstag des Nabu Hünfelden am Hainbach angemeldet. „Seit unserer letzten Veranstaltung ist die Resonanz riesig!“, berichtete Carmen Klee, die Leiterin der Jugendgruppe. Die Mitmachtage, die der Verein veranstaltet, haben riesigen Zulauf.

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Bild von Leoni Dowidat

Was kaum verwundert, wenn man die zahlreichen Aktivitäten betrachtet, die sich Carmen Klee, Kerstin Eichhorn und die anderen Mitglieder der Ortsgruppe für die jungen Naturfreunde ausgedacht hatten: Ob Holzboote bauen mit anschließender Regatt a, Pflücken von Wildkräutern unter fachkundiger Anleitung oder das Basteln von papiernen Seerosen – ein jedes Kind fand an diesem Tag seine persönliche Nische. Selbst kleine Hobbyköche wurden am Hainbach glücklich: „Mit den gepflückten Kräutern und Blüten stellen wir eine Blütenbutter her, die die Kinder mit nach Hause nehmen können“, sagte Carmen Klee.

Hainbach-Paten

Frühlingsbeginn am Hainbach: Unter dieses Motto hatte der Nabu seinen zweiten Aktionstag in diesem Jahr gestellt. „Wir haben seit ungefähr 30 Jahren eine Patenschaft für dieses Gewässer“, erklärte Carmen Klee. „Es war uns ein persönliches Anliegen, den Kindern dieses Biotop näherzubringen.“ Und wer Kinder und ihren unbändigen Forscherdrang kennt, weiß genau: Das geht am besten, wenn man die jungen Entdecker selbst erfahren lässt, wie vielseitig der Bach unweit der eigenen Haustür ist.

Den eifrigsten Konstrukteur des Tages erwartete eine besondere Auszeichnung. „Selbstverständlich wird das schnellste Boot mit einem kleinen Preis prämiert.“ Aha-Momente erlebten die jungen Forscher an diesem Tag gemeinsam mit Dr. Margit Dries. Seit mehr als 30 Jahren ist sie Mitglied des Nabu Hünfelden und ging mit den angemeldeten Kindern auf Spurensuche. „Wir suchen hier in den seichten Stellen des Hainbachs nach Lebewesen“, erklärte die promovierte Biologin. Und das waren einige. „Nur ein Zug und so viele Tiere!“, staunte ein kleiner Junge, als er seinen Köcher in das Beobachtungsbecken ausschüttete.

Anhand der gesammelten Tiere, erläuterte Margit Dries dann ihren Zuhörern, könne man nun die Wasserqualität des Baches bestimmen. Was sich kompliziert anhöre, sei eigentlich ganz einfach. „Wir zählen einfach die Anzahl der Tiere, die wir gefunden haben. Anhand von Zeigerindikatoren kann man dann direkt ablesen, welche Gütequalität das Wasser im Hainbach hat.“

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Bild von Leoni Dowidat

Und schon standen die ersten Kinder wieder tatendurstig knöcheltief im Wasser, um Margit Dries kurz darauf stolz die nächsten Tierchen zu präsentieren. Dass der Bach eine solche Faszination auf die kleinen Naturschützer ausübt, wunderte die Biologin kaum: „Der Bach ist immer ein Erlebnis für die Kinder.“ Mit Gummistiefeln durchs Wasser waten und sich mit Mamas Erlaubnis mal beim Spielen so richtig nass machen – was gibt es Schöneres für kleine Entdecker?

Das fanden auch die Eltern, die ihre Sprösslinge zum Aktionstag begleitet hatten. Nicht wenige von ihnen beteiligten sich selbst mit Neugier an dem Fischen nach Kleinlebewesen oder dem Sammeln der Kräuter für die Butter.

Öffentlichkeitsarbeit

Dass so viele von ihnen an diesem Tag in die Anlagen zwischen Kirberg und Dauborn gekommen waren, lag auch an der Öffentlichkeitsarbeit des Nabu. „Früher haben wir gar nicht gewusst, dass der Nabu solche Aktionen für Kinder anbietet“, sagte Maika Hape. Mit ihrem Sohn hatte sie schon im Februar am Aktionstag „Vögel im Winter“ im Kirberger Wald teilgenommen und war sofort begeistert gewesen. „Es ist großartig, was die Mitglieder des Nabu hier auf die Beine stellen!“

Dies bestätigte auch Gabrijela Held. „Natürlich muss man die Kinder erst einmal an solche Aktionen heranführen. Wenn die Kinder erst einmal hier sind, wollen sie kaum wieder weg.“ Lächelnd sah sie den Jungs dabei zu, wie sie mit ihren kleinen Booten ihre Jungfernfahrt auf dem Gewässer starten. „Eigentlich könnte man so etwas ja auch für einen Kindergeburtstag planen“, überlegte sie.

 

Der nächste Aktionstag des Nabu Hünfelden ist am Sonntag, 10. Juli, um 14 Uhr (Anmeldung in der „Kornblume“ in Kirberg). An diesem Tag ist eine Expedition auf den Mensfeldener Kopf geplant, um Reptilien und ihren Lebensraum zu erforschen.

Artikel und Bilder von Leoni Dowidat